Bootspflege 

Ein Seekajak sollte stets gut gewartet und gepflegt werden,  denn wer möchte schon aufgrund von Wartungsstau in Seenot geraten?

Worauf sollte ich achten?

Wenn man mit seinem Kajak ausgedehnte Touren, auch in abgelegene Gebiete, paddeln möchte der sollte sein Boot und Equipment ständig überprüfen/pflegen und ggf. reparieren oder austauschen. Ich handhabe es so das ich nach jeder Tour, egal wie kurz, das Boot und alle mit Salzwasser in Berührung gekommenen Ausrüstungsgegenstände mit warmen Wasser und einem Hauch Seife abwasche. So entfernt man das Salz und auch andere Verunreinigungen die unbehandelt auf Dauer der Ausrüstung schaden. 

Beim Boot gibt es folgende Punkte die ich abarbeite:

  1. Überprüfung des Bootskörpers aus Schäden wie tiefe Gelcoat-Abplatzer und Risse. Besonders beanspruchte Stellen wie der Bug können von außen mit einer Taschenlampe agbeleuchtet werden um von Innen Haarrisse erkennen zu können. Bei PE-Booten sollte man auf tiefe Abschürfungen achten, Risse treten hier in der Regel nicht auf. 
  2. Reinigen und Pflegen des Gelcoats mit Farbauffrischer von Yachticon (nur Laminat-Boote). Boote aus PE kann man einfach mit Seifenwasser abwaschen denn Polyethylene benötigt keine besondere Pflege.
  3. Aussaugen der Gepäckräume sowie des Cockpit, hier hilft eine Spülbürste um den anhaftenden Sand und Schmutz zu lösen, der Sauger erledigt den Rest. 
  4. Auswischen der Gepäckräume und des Cockpit mit warmen Seifenwasser.
  5. Pflege der Dichtungen an Gepäckraumluken mit hochviskosem Silikonöl, es hält die Dichtungen geschmeidig und sorgt außerdem dafür das sich Stauraumdeckel deutlich besser schließen lassen. 
  6. Überprüfung der Rundumleine und der Toggels auf Beschädigungen. 
  7. Gelegentlich sollte man die Bowdenzüge des Steueranlage ebenfalls schmieren, hierzu nutzt ich das selbe Silikonöl wie bei den Lukendeckeln. Silikonöl ist umweltverträglich und daher gut geeignet da es früher oder später im Wasser landet. 
  8. Einmal im Jahr demontiere ich die Fuß betriebenen Lenzpumpen meiner Kajaks und reinige diese von Sand und Salzablagerungen. Anschließend fette ich die Membran sowie die Flatterventile mit Silikonfett. Sicher nicht jährlich nötig, aber gibt ein gutes Gefühl :) 

Schwing den Putzlappen!

Ich nutze Farbauffrischer von Yachticon und Silikonöl von Ballistol. Die beiden Sachen findet man in jedem gut sortierten Baumarkt oder online.

Ein Klecks reicht für das ganze Überwasserschiff, weniger ist hier mehr. Verteilt das Zeug am besten mit einem Bauwolltuch.

Reibt den entstandenen Schleier abschließend mit einem weichen Mikrofasertuch ab. Jetzt ist euer Gelcoat wieder wie neu. 


Schmiere alle Gummidichtungen

Besonders die Gummideckel gehen irgendwann sehr schwer auf den Süllrand. Hier hilft die regelmäßige Behandlung mit Silikonöl enorm.


Wenn ihr euer Boot lagert, dann lasst die Gummideckel immer geöffnet, so bleibt die Vorspannung des Gummi länger erhalten. Außerdem bildet sich keine Feuchtigkeit und Muff im Boot.

Entfernt Sand von den Dichtflächen. Hierzu eignet sich eine Bürste sehr gut. 

Bei Booten mit decksgleichen Luken sollte die Moosgummi-Dichtung auch regelmäßig geschmiert werden, damit sich der Deckel richtig setzen kann. 

Die Dichtung am Spannbügel nicht vergessen, hier ist die Nr.1 Eintrittsstelle für Wasser!

Cockpit und co.

Sand lässt sich am einfachsten mit dem Staubsauger entfernen. Festklebender Sand kann man gut mit einer Spülbürste anlösen.


Der Skegaufholer möchte auch hin und wieder etwas Schmierung!

Auch die Mechanik der Steuerpadalerie muss ab und an gereingt werden. Wer besonders fleißig ist wartet die Lenzpumpe gleich mit. 

Steueranlage

Die Leichtgängigkeit der Steueranlage sollte öfters oder bei Bedarf geprüft werden. Bei integrierten Steueranlagen darf nicht geschmiert werden, da sonst der Sand kleben bleibt und das Steuer nicht aus/einklappt!


Die Bowdenzüge sollten regelmäßig auf Beschädigungen geprüft werden und jährlich mit Silikonöl geschmiert werden. 


Rundumleine, Toggels und co. 

Die Rundumleine gehört zur Sicherheitsausstattung und sollte regelmäßig geprüft werden. Ich nutzt anstatt einer 8mm Schot ein 20mm breites Dyneema-Gurtband, dieses lässt sich besser greifen und dehnt sich fast nicht. 

Zum Spannen sind auf beidenSeiten Gurtspanner verbaut. Das Gurtband wird im nassen Zustand gespannt! 

Die beiden Toggles sowie die restliche Decksbespannung sind ebenfalls öfters mal zu checken und bei Bedarf zu erneuern, hier wird nix geflickt!

Das richitge Pflegemittel

Jetzt sollte euer Boot wieder sauber und sicher sein :) Doch eine Sache bleibt noch zu sagen, nutzt bitte nur umweltverträgliche Schmierstoffe und Putzmittel. Chemikalien wie Kettenfett, WD40 oder Caramba haben an den wassergehenden Teilen nichts zu verloren, da sie auf kurz oder lang im Wasser landen und dem  Ökosystem schaden. Auch bei den Putzmitteln gilt: Weniger ist Mehr! 

Und jetzt viel Spaß beim Putzen!