Papier-Seekarten. Schnee von gestern?

In diesem Artikel erfahrt ihr Nützliches über Seekarten in Papierform und ob diese noch zeitgemäß sind.

Die Seekarte

Wer sich viel im Freien bewegt, der beschäftigt sich früher oder später zwangsläufig mit einer Karte, digital oder gedruckt. Karten geben uns genaue Informationen zu unserer Umgebung um uns in ihr zurechtfinden zu können. 
Auf dem Meer und auf größeren Binnengewässern nutzt man Seekarten, diese geben Aufschluss über Wassertiefe, Betonnung, Häfen, Leuchtfeuer und vieles mehr. Doch benötigt man beim Paddeln eine Seekarte? 

Die Antwort lautet definitiv: JA! 
Man sollte schon bei der Tourenplanung eine aktuelle Seekarte zur Hand nehmen um seine Haupt- und auch mindestens eine Ausweichroute zu erstellen. Die Karte hilft uns dabei Gefahrenstellen schon im Voraus zu identifizieren, mögliche Lagerplätze festzulegen und die genau Länge einzelner Routen präzise zu bestimmen. Besonders nützlich sind hierbei Detailkarten im Maßstab 1:20.000 oder Revierkarten in 1:40.000. 

Wie oben erwähnt teilen sich die meisten Kartensätze in drei Kategorien auf: 

  • Überseglerkarten in 1:240.000
  • Revierkarten in 1:40.000
  • Detailkarten in 1:20.000
  • Viele Kartensätze haben zusätzlich einen Hafenlotsen (später mehr dazu) 


Wenn ich mir also ein Fahrtgebiet ausgesucht habe, dann besorge ich mir also einen Kartensatz der nicht älter als zwei Jahre ist. Meine Topadresse für hochwertige Seekarten ist der NV Verlag aus Eckernförde, welcher mir den hier gezeigten Kartensatz kostenlos zur Verfügung gestellt hat. 


 NV Charts / Verlag Seekarten Online Shop 


So kommt der Kartensatz bei euch an. Im großen Heft sind alle Karten, dazu kommen der Hafenlotse sowie ein Download-Code falls man die Karten zusätzlich  digital nutzen möchte. 

Der Übersegler

Gibt Aufschluss darüber, welchen geografischen Bereich welcher Kartensatz abbildet. Er ist für navigatorische Zwecke nur bedingt geeignet aufgrund des großen Maßstabs.  

Die Revierkarte
Zeigt euch genau Informationen zu Häfen, Sektorenfeuern (Leuchtfeuer), Sperrgebieten, Wassertiefen usw. Hier lassen sich gut Kurse über größere Distanzen festlegen und messen. In diesem Maßstab arbeite ich am meisten. 

Die Detailkarte
Sie hilft euch bei der sehr exakten Navigation sowie bei der Auswahl von Lager- und Notlandeplätzen. In ihr sind sehr, sehr viele Informationen zur Umgebung wie z.B. Betonnung, kurz gestufte Wassertiefen, Slipanlagen usw. vermerkt. Sollte man immer dabei haben. 


Nutzung der Karte auf dem Kajak

Ihr habt also eure passende Karte ausgewählt und wollt aufs Wasser, jetzt gibt es noch ein paar hilfreiche Dinge zu beachten:

1. Ich empfehle immer das entsprechende Original einmal in A4 zu kopieren und anschließden mit der Kopie zu arbeiten. So bleibt euer Kartensatz länger schön und wenn es doch mal einen Wasserschaden gibt oder man die Karte verliert ist es nicht weiter tragisch. 

2. Tragt eure Kurse, Peilungen und Wegpunkte in der Karte ein und notiert in einer Ecke die Missweisung. Das erleichtert die spätere Kartenarbeit erheblich.

3. Wenn alle geplanten Kurse usw. eingetragen sind dann laminiert die Karte ein. Das hat den Vorteil das eure Karte absolut wasserdicht und auch etwas steifer ist. Kursänderungen oder neue Kurse können mit einem permanenten Folienstift nachträglich eigetragen/ geändert werden.

4. Damit die Karte in schwerer See nicht vom Kartendeck gerissen wird ist die Verwendung einer Kartentasche sehr sinnvoll. in der Kartentasche könnt ihr gleich mehrere Karten unterbringen und diese bei Bedarf hervorholen. Ich empfehle die Kartentasche von Zölzer: 

  Zölzer Kartentasche - wasserdichter Reißverschluss - bei outdoorbaehr, 53,00 € 


Sie spielt mit 53€ schon in der Oberliga, ist aber jeden Cent wert, da sie wirklich dicht ist. Von Zeit zu Zeit kann man die Tasche und den Aquaguard-Reißverschluss mit Silikonöl einreiben, das trägt deutlich zur Haltbarkeit und Wasserdichtigkeit bei. 

5. Wenn ihr eure Karten lange nutzen wollt achtet auf die sich jährlich ändernde Missweisung sowie die vom NV-Verlag herausgegeben Änderungen zu Tonnen, Befeuerung, Strömung etc. 
Nur so könnt ihr die Karte sicher nutzen.

Fazit

Die Papierseekarte ist nach wie vor ein Must-Have für jeden der sich im Seekajak weiter als eine Meile von Land bewegen will. Elektronische Seekarten wie z.B. von Garmin können nur über GPS Geräte oder ein Handy ausgelesen werden, diese brauchen Strom und sind anfällig für Störungen. Der größte Vorteil von der Törnplaung auf der Papierkarte ist aber das man sich wirklich mit dem zu befahrenden Seegebiet befasst und nicht nur am Bildschirm überfliegt. Gefahrenzonen und mögliche Schwierigkeiten fallen einem eher auf und können so umgangen werden.